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Das alte Schulhofgesetz: Nicht nachtreten, wenn sich jemand entschuldigt hat!

Das alte Schulhofgesetz:
Nicht nachtreten, wenn sich jemand entschuldigt hat!

„The weak can never forgive. Forgiveness is the attribute of the strong.” – Mahatma Gandhi

Manchmal vergessen die Menschen hier im Lande, in was für einem Paradies sie leben – und akzeptieren nicht mal mehr eine aufrichtige Entschuldigung. Das ist schwach!

Klarheit, Aufrichtigkeit, Grandezza

Ich war mal Gast auf einer Hochzeit in den USA. Der Pastor sagte zum Paar: „Es gibt nur drei wichtige Dinge, die ihr euch sagen sollt, um eine lange und harmonische Beziehung zu führen:

  • Ich liebe Dich!
  • Danke!
  • Es tut mir leid!“

Das ist bei mir hängengeblieben. Mit drei klaren, kurz gefassten, aber aufrichtigen Sätzen bewahren Beziehungen ihre Harmonie. Auch in Firmen – „Ich liebe Dich“ kann ich in jedem Unternehmen ersetzen mit „Sie haben meinen Respekt!“ oder „Ohne Sie hätten wir das nicht so erfolgreich geschafft!“

Jeder macht mal Fehler – auch Politiker. Die meisten sind sich nur zu feige, zuzugeben, dass sie es verbockt haben. Also zeigen sie mit dem Finger auf andere und spielen das Unschuldslamm. Nicht so Frau Merkel. Mir geht es hierbei nicht um die politische Ausrichtung der Kanzlerin – ich bin selbst ein großer Kritiker der Regierung. Habe auch noch nie die CDU gewählt.  Aberes gibt Momente, in denen wir Bürger anerkennen müssen, wenn sich eine Person aufrichtig entschuldigt. Eine Politikerin, die ihrem Land dient, ohne in schmutzige Maskendeals oder Lobby-Affären verwickelt zu sein. Es zeugt von absoluter Größe, sich nach den vermasselten Lockdown-Plänen vor die Kamera zu stellen und sich zu entschuldigen. Das hat Grandezza, wie die Italiener sagen.

Foto: @Michael Kappeler/dpa


Wir leben im Paradies

Und wenn jetzt wieder Leute meckern, möchte ich sie daran erinnern: Trotz der Schwierigkeiten, die es auch hier gibt: Wer in Deutschland lebt, lebt in einem Paradies! Deutschland gehört zu den Top 10 Prozent der Länder mit dem höchsten Lebensstandard auf der Welt! Wir spülen die Toilette mit Trinkwasser. Wir haben keine Geheimpolizei vor der zu Tür stehen, weil wir uns im Internet über den Staat beschweren. Alle Edekas, Aldis und Lidls in diesem Land haben genug Toilettenpapier, Mehl, Nudeln und Milch für alle zur Verfügung. Ich lebe im Paradies. Ich liebe dieses Land. Das ist ein Bekenntnis zu Deutschland. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was hier passiert. Aber das bedeutet doch nicht, dass ich gleich zum Querdenker oder abstrusen Apokalyptiker werde. Diesen Leuten kann ich nur sagen: Vergrabt weiter eure Essensreserven im Wald – aber vergrabt euch gleich mit!


Mehr Menschlichkeit und Empathie!

Ich achte nichts so sehr wie die aufrichtige Entschuldigung eines Menschen! Das habe ich schon mit jungen Jahren erfahren. Bei einem Manager, der mal einen Fertigungsleiter zur Sau machen wollte. Der Fertigungsleiter stand auf und sagte: „Das tu mir sehr leid, das kann ich Ihnen gerade nicht sagen. Ich weiß es nicht.“ Damit hat er dem Manager den ganzen wind aus den Segeln genommen. Frau Merkel hat das mit ihrer Entschuldigung auch getan. Bestimmt war das auch ein strategisch-kommunikativer Schachzug. Aber ein aufrichtiger. Es gilt das alte Schulhofgesetz: Man prügelt auf niemanden ein, der auf dem Boden liegt. Man tritt nicht nach, wenn sich jemand entschuldigt. Wir sollten wieder mehr Empathie zueinander aufbringen und versuchen, nicht noch politikverdrossener zu werden. Denn das ist die größte Gefahr der Demokratie!


Lies auch: https://aycon.biz/aycon-manifest-ulvi-i-aydin/ Vor zwei Jahren geschrieben!

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