Ex WIRECARD CEO Markus Braun Trusted Advisor bei EY und BaFin?


Ex WIRECARD CEO Markus Braun Trusted Advisor bei EY und BaFin?

Genialer Meisterbetrüger macht Börsenaufsicht und Wirtschaftsprüfer mit Stresstests sicherer


Catch me if you can!

Kurz vorweg: Satire darf alles. Und wenn Satire alles darf, darf Betrug noch viel mehr. Und es hat große Betrüger gegeben in der Geschichte des Betrugs. Da waren etwa Han van Meegerens spektakuläre Vermeer-Fälschungen in den 30er und 40er-Jahren in den Niederlanden, der Hochstapler und Betrüger Frank Abangale in den 60er und 70er-Jahren in der USA, Hitlers Tagebücher von Konrad Kujau in den 80ern, FlowTex um Manfred Schmieder und Konsorten in den 2000ern – und jetzt, 2020, Markus „Moneybluff“ Braun und Wirecard.

Photo: Koos Raucamp – GaHetNa (Nationaal Archief NL)

Die deutsche Erfolgsstory eines digitalen Unternehmens, das es in die erste Liga der Börse schafft. Ein zerplatzter Traum. Ein verpatzter Traum. Und: Ein großartiger Geniestreich, der seinesgleichen sucht. Geniestreich?

How the F…?!

Wie zur Hölle hat er das denn geschafft, der Braun? Welche Taschenspielertricks, charmante Rhetoriken und verblüffende Zaubereien hat Markus Braun angewandt, um die Berater von EY, unter anderen die Best-in-Class-Consultants der Branche, so an der Nase herum zu führen?

Wie hat er es gemacht, dass die oberste Kontrollinstanz der Börse, die vom Steuerzahler finanzierte Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – alles deutsche Beamte, die bis dato nach dem Schema „Vorschrift ist Vorschrift“ handelten – so was von angeschmiert dasteht? Wie hat „Mr. Moneybluff“ 1,9 Milliarden Euro in Luft aufgelöst? Oder aus Luft 1,9 Milliarden gezaubert? Wirklich, lieber Herr Braun: How the F…?!

Die BAFIN

Die BaFin wurde auf Grund des Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetzes am 1. Mai 2002 errichtet. Mit der einheitlichen Aufsicht sollen die Verflechtungen auf den nationalen und internationalen Kapitalmärkten und die damit verbundenen Risiken besser erfasst und handhabbar gemacht werden. Damit soll die BaFin zur Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Finanzplatz beitragen!

Bravo! Mission accomplished! Der Berliner würde sagen: „für’n Arsch“

Preisverdächtig

Einen Preis hat der Mann verdient! Und eine zweite Karriere wartet auf ihn. Wie? Na so, wie White Hat Hacker Unternehmen helfen, durch das Einhacken ihrer Sicherheitssysteme ebendiese zu verbessern. Genauso sollte Markus „Moneybluff“ Braun jetzt den Kollegen bei EY und unseren Beamten bei der BaFin als Trusted Advisor zur Seite stehen. Der Mann kann einen Tagessatz von 10.000 EUR aufrufen. Oder mehr. Leute mit so einem Skill-Set gibt es nur sehr wenige. Also: Markus „Moneybluff“ Braun in den Aufsichtsrat!

Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor ihm, dem geniehaften Meisterbetrüger des 21. Jahrhunderts. Chapeau, lieber Herr Braun. Den Trick müssen Sie uns irgendwann mal enthüllen!

Alle hinter’s Licht geführt! BAFIN, Börsenaufsicht, die institutionellen Anlager, die WP, die Mitarbeiter! Hammer!


Und?

Hat der Braun einen Oscar verdient? Oder doch eher die goldene Himbeere? Gehört er in den Knast? Oder in die VIP-Galerie der „Best of…“?


Vorheriger Artikel