Ronny Mees: Technische Exzellenz allein reicht nicht.

February
13
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2026
2026
Ulvi AYDIN
Expertentalk – Ulvi im Gespräch mit Ronny Mees, Ameritum MemberIm Rahmen eines AYCON Expertentalks spreche ich heute mit Ronny Mees – strategischer Produktmanager, Interim-Manager und Ameritum Member – über Verantwortung im Produktmanagement, strategische Klarheit und nachhaltige Unternehmensführung.Persönlichkeit & HintergrundUlvi: Wer ist Ronny Mees – und wie würdest du dich selbst in ein paar Sätzen vorstellen?Ronny: Ich bin strategischer Produktmanager mit technischem Fundament und klarer Haltung. Kollegen beschreiben mich als kreativ, kommunikativ offen, argumentationsstark und begeisterungsfähig.Unbequem werde ich, wenn ich „Das geht nicht“ höre – ohne saubere Begründung.Und ich sage Nein, wenn Entscheidungen meinen Werten widersprechen.Mich interessiert nicht, ob etwas politisch opportun ist. Mich interessiert, ob es langfristig richtig ist.Beruflicher Hintergrund & ExpertiseUlvi: Welche Stationen haben dich besonders geprägt?Ronny: Internationale Portfolioverantwortung in technologiegetriebenen Unternehmen – unter anderem bei LightPointe – sowie Führungsrollen an der Schnittstelle von Entwicklung, Vertrieb und Operations.Dort habe ich gelernt: Technische Exzellenz allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob ein Produkt ein reales Kundenproblem besser löst als die Alternativen.Ulvi: Gibt es eine strategische Entscheidung, für die du besondere Verantwortung getragen hast? Ronny: Bei LightPointe habe ich die Einführung einer technisch anspruchsvollen PoE-Wireless-Lösung vertreten.Die Umsetzung war komplex, intern gab es Widerstände. Der Kundennutzen – eine deutlich einfachere und flexiblere Installation – war jedoch strategisch klar überlegen.Ich habe die Entscheidung vertreten und durchgesetzt.Umgekehrt habe ich eine Forderung abgelehnt, ein Wettbewerbsprodukt 1:1 zu kopieren, nur um eine Ausschreibung zu bedienen. Ein später gestartetes internes „U-Boot-Projekt“ in diese Richtung scheiterte – teuer und lehrreich für das Unternehmen.Strategie heißt: nicht jeder Gelegenheit hinterherlaufen.Ulvi: Gab es auch Fehlentscheidungen?Ronny: Ja. Als junger Produktmanager habe ich ein sehr teures Mustergerät bestellt – fachlich abgestimmt, aber ohne den CFO einzubinden.Das Feedback war deutlich.Meine Lehre: Wer Verantwortung trägt, muss alle relevanten Perspektiven einbeziehen – insbesondere die finanzielle.Ulvi: Wo hast du strukturell Veränderungen angestoßen?Ronny: In meiner letzten Rolle war ich an Initiativen zur Prozessoptimierung und zur Modularisierung von Produktlinien beteiligt.Das Ergebnis: effizientere Entwicklung, klarere Schnittstellen und höhere Wiederverwendbarkeit.Struktur schlägt Aktionismus.Ulvi: Wofür wirst du heute typischerweise angefragt?Ronny: Der typische Fall: Produktmanagement existiert formal, funktioniert aber nicht strategisch.Der Produktmanager ist technischer Inside-Sales, Angebotsunterstützer und „Super-Ingenieur“ zugleich – und soll nebenbei strategische Entscheidungen treffen.Ich beginne mit Rollenklärung, Fokussierung und – wenn nötig – organisatorischer Anpassung.Fehlendes strategisches Produktmanagement erkenne ich meist schnell:Wenn über Features gesprochen wird statt über das konkrete Kundenproblem.Wenn es keine priorisierte Roadmap gibt.Wenn niemand klar sagen kann, nach welchen Kriterien Entscheidungen getroffen werden.Ulvi: Was unterscheidet dich von klassischen Strategieberatern?Ronny: Ich habe über Jahrzehnte tatsächlich Verantwortung für bestimmte Produktgruppen getragen. Ich komme aus der Praxis.Ich begleite nicht nur die Strategieentwicklung, sondern übernehme als Interim Manager auch Verantwortung in der Umsetzung – mindestens in der Anlaufphase.Strategie ohne Umsetzung bleibt Theorie.Motivation & WerteUlvi: Was motiviert dich jeden Tag?Ronny: Meine Mission ist klar:Produktflops verhindern, Produktmanager zufriedener und Unternehmen erfolgreicher machen.Ich möchte dazu beitragen, dass Produktentscheidungen bewusst und strukturiert getroffen werden – nicht zufällig.Ulvi: Welche Werte leiten dich?Ronny: Langfristige Wirksamkeit vor kurzfristiger Opportunität.Verantwortung vor Bequemlichkeit.Klarheit vor politischer Taktik.Ulvi: Welche Momente haben dir die größte Erfüllung gegeben?Ronny: Der Moment, als ich realisiert habe, dass „meine“ Produkte in großen Stückzahlen im Markt sind und reale Kundenprobleme lösen.Dafür mache ich Produktmanagement.Blick auf Mandate & GovernanceUlvi: Warum interessieren dich Mandate und Aufsichtsgremien?Ronny: Weil strategische Fehlentwicklungen oft früh erkennbar sind – aber nicht klar adressiert werden.Ich erlebe in Gremien häufig einen starken Fokus auf operative Themen und zu wenig Vertrauen in eine klare strategische Positionierung.Ulvi: Welche Fähigkeiten braucht ein guter Beirat?Ronny:Unabhängigkeit im Denken.Strategische Weitsicht.Produkt-Markt-Verständnis.Technische Einordnungskompetenz.Ulvi: Wann würdest du ein Mandat ablehnen?Ronny: Wenn ein Unternehmen 1:1 kopieren möchte.Oder wenn kurzfristige Ergebnismaximierung über nachhaltige Entwicklung und ethische Verantwortung gestellt wird.‍Ameritum & ZusammenarbeitUlvi: Warum Ameritum?Ronny: Ameritum verbindet Online- und Präsenzveranstaltungen – das fördert echten Austausch.Was ich besonders schätze: Die Mitglieder helfen sich durch sachliche, harte und zielorientierte Kritik. Der Erfolg des Anderen ist kein Risiko, sondern ausdrücklich gewollt.Ulvi: Welche Mehrwerte siehst du für dich persönlich? Ronny: Ich wurde durch den Austausch inspiriert, habe in Workshops viel gelernt und meine Sichtbarkeit erhöht.Wenn daraus Interims- oder Governance-Empfehlungen entstehen, ist das ein zusätzlicher Mehrwert.Ulvi: Was bringst du selbst ein?Ronny: Ich bringe meine Produkt-Markt-Sicht und meine Change-Erfahrung ein.Nicht selten eröffne ich einen anderen Blickwinkel auf die Kernthemen der Kollegen. Inspiration und Lernen sollen wechselseitig stattfinden.Persönliche EinblickeUlvi: Welcher Rat begleitet dich aktuell?Ronny: Zwei Sätze sind mir besonders wichtig:„Sei zuversichtlich.“„Intelligenz ist die Fähigkeit, sich Änderungen anzupassen.“Ulvi: Gibt es eine Denkschule, die dich geprägt hat?Ronny Mees:Der bewusste Perspektivwechsel.Im Produktmanagement insbesondere der Jobs-to-be-Done-Ansatz:Nicht vom Produkt her denken, sondern vom Kundenjob.Nicht Features optimieren, sondern Problemlösungen.Ulvi: Wie tankst du Energie?Ronny Mees:Wandern, wenn Zeit ist.Spazierengehen, wenn sie knapp ist.Je nach Jahreszeit auch Schwimmen, Rad- oder Skifahren.Bewegung klärt Gedanken.AusblickUlvi: Woran arbeitest du aktuell?Ronny: Am Ausbau von Vertrieb und Marketing für mein Beratungsangebot im strategischen Produktmanagement.Ulvi: Welche Ziele nimmst du dir für die nächsten 12–18 Monate vor?Ronny: Erste sichtbare Erfolge sind da – insbesondere im Hinblick auf Sichtbarkeit und konkrete Anfragen.In den kommenden 12–18 Monaten möchte ich das weiter ausbauen und darüber hinaus eine stabile und planbare Auftragslage erreichen – mit Mandaten, die strategische Verantwortung ermöglichen.‍Danke Dir für dieses Gespräch Ronny!
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Expertentalk – Ulvi im Gespräch mit Ronny Mees, Ameritum Member

Im Rahmen eines AYCON Expertentalks spreche ich heute mit Ronny Mees – strategischer Produktmanager, Interim-Manager und Ameritum Member – über Verantwortung im Produktmanagement, strategische Klarheit und nachhaltige Unternehmensführung.

Ronny: Persönlichkeit & Hintergrund

Ulvi: Wer ist Ronny Mees – und wie würdest du dich selbst in ein paar Sätzen vorstellen?

Ronny: Ich bin strategischer Produktmanager mit technischem Fundament und klarer Haltung. Kollegen beschreiben mich als kreativ, kommunikativ offen, argumentationsstark und begeisterungsfähig.

Unbequem werde ich, wenn ich „Das geht nicht“ höre – ohne saubere Begründung.
Und ich sage Nein, wenn Entscheidungen meinen Werten widersprechen.

Mich interessiert nicht, ob etwas politisch opportun ist. Mich interessiert, ob es langfristig richtig ist.

Beruflicher Hintergrund & Expertise

Ulvi: Welche Stationen haben dich besonders geprägt?

Ronny: Internationale Portfolioverantwortung in technologiegetriebenen Unternehmen – unter anderem bei LightPointe – sowie Führungsrollen an der Schnittstelle von Entwicklung, Vertrieb und Operations.

Dort habe ich gelernt: Technische Exzellenz allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob ein Produkt ein reales Kundenproblem besser löst als die Alternativen.

Ulvi: Gibt es eine strategische Entscheidung, für die du besondere Verantwortung getragen hast?

Ronny: Bei LightPointe habe ich die Einführung einer technisch anspruchsvollen PoE-Wireless-Lösung vertreten.

Die Umsetzung war komplex, intern gab es Widerstände. Der Kundennutzen – eine deutlich einfachere und flexiblere Installation – war jedoch strategisch klar überlegen.

Ich habe die Entscheidung vertreten und durchgesetzt.

Umgekehrt habe ich eine Forderung abgelehnt, ein Wettbewerbsprodukt 1:1 zu kopieren, nur um eine Ausschreibung zu bedienen. Ein später gestartetes internes „U-Boot-Projekt“ in diese Richtung scheiterte – teuer und lehrreich für das Unternehmen.

Strategie heißt: nicht jeder Gelegenheit hinterherlaufen.

Ulvi: Gab es auch Fehlentscheidungen?

Ronny: Ja. Als junger Produktmanager habe ich ein sehr teures Mustergerät bestellt – fachlich abgestimmt, aber ohne den CFO einzubinden.

Das Feedback war deutlich.

Meine Lehre: Wer Verantwortung trägt, muss alle relevanten Perspektiven einbeziehen – insbesondere die finanzielle.

Ulvi: Wo hast du strukturell Veränderungen angestoßen?

Ronny: In meiner letzten Rolle war ich an Initiativen zur Prozessoptimierung und zur Modularisierung von Produktlinien beteiligt.

Das Ergebnis: effizientere Entwicklung, klarere Schnittstellen und höhere Wiederverwendbarkeit.

Struktur schlägt Aktionismus.

Ulvi: Wofür wirst du heute typischerweise angefragt?

Ronny: Der typische Fall: Produktmanagement existiert formal, funktioniert aber nicht strategisch.

Der Produktmanager ist technischer Inside-Sales, Angebotsunterstützer und „Super-Ingenieur“ zugleich – und soll nebenbei strategische Entscheidungen treffen.

Ich beginne mit Rollenklärung, Fokussierung und – wenn nötig – organisatorischer Anpassung.

Fehlendes strategisches Produktmanagement erkenne ich meist schnell:

  • Wenn über Features gesprochen wird statt über das konkrete Kundenproblem.
  • Wenn es keine priorisierte Roadmap gibt.
  • Wenn niemand klar sagen kann, nach welchen Kriterien Entscheidungen getroffen werden.

Ulvi: Was unterscheidet dich von klassischen Strategieberatern?

Ronny: Ich habe über Jahrzehnte tatsächlich Verantwortung für bestimmte Produktgruppen getragen. Ich komme aus der Praxis.

Ich begleite nicht nur die Strategieentwicklung, sondern übernehme als Interim Manager auch Verantwortung in der Umsetzung – mindestens in der Anlaufphase.

Strategie ohne Umsetzung bleibt Theorie.

Motivation & Werte

Ulvi: Was motiviert dich jeden Tag?

Ronny: Meine Mission ist klar:
Produktflops verhindern, Produktmanager zufriedener und Unternehmen erfolgreicher machen.

Ich möchte dazu beitragen, dass Produktentscheidungen bewusst und strukturiert getroffen werden – nicht zufällig.

Ulvi: Welche Werte leiten dich?

Ronny: Langfristige Wirksamkeit vor kurzfristiger Opportunität.
Verantwortung vor Bequemlichkeit.
Klarheit vor politischer Taktik.

Ulvi: Welche Momente haben dir die größte Erfüllung gegeben?

Ronny: Der Moment, als ich realisiert habe, dass „meine“ Produkte in großen Stückzahlen im Markt sind und reale Kundenprobleme lösen.

Dafür mache ich Produktmanagement.

Blick auf Mandate & Governance

Ulvi: Warum interessieren dich Mandate und Aufsichtsgremien?

Ronny: Weil strategische Fehlentwicklungen oft früh erkennbar sind – aber nicht klar adressiert werden.

Ich erlebe in Gremien häufig einen starken Fokus auf operative Themen und zu wenig Vertrauen in eine klare strategische Positionierung.

Ulvi: Welche Fähigkeiten braucht ein guter Beirat?

Ronny:
Unabhängigkeit im Denken.
Strategische Weitsicht.
Produkt-Markt-Verständnis.
Technische Einordnungskompetenz.

Ulvi: Wann würdest du ein Mandat ablehnen?

Ronny: Wenn ein Unternehmen 1:1 kopieren möchte.

Oder wenn kurzfristige Ergebnismaximierung über nachhaltige Entwicklung und ethische Verantwortung gestellt wird.

Ameritum & Zusammenarbeit

Ulvi: Warum Ameritum?

Ronny: Ameritum verbindet Online- und Präsenzveranstaltungen – das fördert echten Austausch.

Was ich besonders schätze: Die Mitglieder helfen sich durch sachliche, harte und zielorientierte Kritik. Der Erfolg des Anderen ist kein Risiko, sondern ausdrücklich gewollt.

Ulvi: Welche Mehrwerte siehst du für dich persönlich?

Ronny: Ich wurde durch den Austausch inspiriert, habe in Workshops viel gelernt und meine Sichtbarkeit erhöht.

Wenn daraus Interims- oder Governance-Empfehlungen entstehen, ist das ein zusätzlicher Mehrwert.

Ulvi: Was bringst du selbst ein?

Ronny: Ich bringe meine Produkt-Markt-Sicht und meine Change-Erfahrung ein.

Nicht selten eröffne ich einen anderen Blickwinkel auf die Kernthemen der Kollegen. Inspiration und Lernen sollen wechselseitig stattfinden.

Persönliche Einblicke

Ulvi: Welcher Rat begleitet dich aktuell?

Ronny: Zwei Sätze sind mir besonders wichtig:

„Sei zuversichtlich.“
„Intelligenz ist die Fähigkeit, sich Änderungen anzupassen.“

Ulvi: Gibt es eine Denkschule, die dich geprägt hat?

Ronny Mees:
Der bewusste Perspektivwechsel.

Im Produktmanagement insbesondere der Jobs-to-be-Done-Ansatz:
Nicht vom Produkt her denken, sondern vom Kundenjob.
Nicht Features optimieren, sondern Problemlösungen.

Ulvi: Wie tankst du Energie?

Ronny Mees:
Wandern, wenn Zeit ist.
Spazierengehen, wenn sie knapp ist.

Je nach Jahreszeit auch Schwimmen, Rad- oder Skifahren.

Bewegung klärt Gedanken.

Ausblick

Ulvi: Woran arbeitest du aktuell?

Ronny: Am Ausbau von Vertrieb und Marketing für mein Beratungsangebot im strategischen Produktmanagement.

Ulvi: Welche Ziele nimmst du dir für die nächsten 12–18 Monate vor?

Ronny: Erste sichtbare Erfolge sind da – insbesondere im Hinblick auf Sichtbarkeit und konkrete Anfragen.

In den kommenden 12–18 Monaten möchte ich das weiter ausbauen und darüber hinaus eine stabile und planbare Auftragslage erreichen – mit Mandaten, die strategische Verantwortung ermöglichen.

Danke Dir für dieses Gespräch Ronny!

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